Lehrer gibt Schüler mit Leistungsabsturz zur Motivation eine besonders schlechte Note

Wir befinden uns an der Oberstufe eines Gymnasiums in NRW. Tobias Mühlenscheidt (16) ist immer ein guter Schüler gewesen, doch in den letzten Monaten hatte er, vor allem aufgrund starker privater Probleme, mehr und mehr Schwierigkeiten, in der Schule mitzukommen und konnte so bei einer wichtigen Klausur nur wenig rausholen.

Der zuständige Lehrer, Harin Eberiak (34), hat die aussichtslose Situation schnell erkannt. „Der Laie würde nun vermuten, dass man die Klausur als Lehrer möglichst gnädig bewerten sollte, um Tobias ein wenig entgegenzukommen und ihn so aus seinem schulischen Tiefpunkt wieder möglichst zügig rauszuholen“, so Eberiak.

„Aber das ist schlichtweg falsch“, ergänzt der erfahrene Lehrer, „in einer Situation wie dieser muss man die Klausur extra streng benoten und muss gucken, dass man möglichst wenig Punkte gibt, damit der Schüler eine möglichst schlechte Note erhält. Dadurch wird er positiv bestärkt und motiviert, sich das nächste Mal wieder, trotz der privaten Probleme, deutlich mehr anzustrengen.

Davon, dass die meisten Schüler nach so einem vermeintlichen Motivationsschub bisher noch weiter abstürzten, lässt sich der erfahrene Pauker nicht irritieren und hält an seinem Erfolgsskonzept fest. Er weist solche Vorwürfe des gegenteiligen Effektes vehement zurück, entgegnet: „Dummes Geschwätz. Wer hat denn bitte fünf Jahre unter anderem Pädagogik auf Lehramt studiert? Die oder Ich? Na bitte.“

Autor: dmnk; Foto: Pixabay (modifiziert)