241 Insassen entkommen: JVA-Beamter hat „Tag der offenen Tür“ falsch verstanden

Der wohl mit Abstand größte Irrtum seit langer Zeit ereignete sich vor zwei Tagen in Düsseldorf. In der dort ansässigen Justizvollzugsanstalt mit über 250 Gefangenen fand am Montag der sogenannte „Tag der offenen Tür“ statt. Dabei kam es zu einem unglücklichen Missgeschick, das insgesamt 241 Insassen zur Flucht verhalf.

Der JVA-Direktor Heinrich Muttermann (56) hatte diesen Tag schon seit Monaten geplant, um die heimische Bevölkerung mehr für die Thematik „Gefängnis“ zu sensibilisieren. Der normale Bürger trete nämlich nur selten in Kontakt mit derartigen Anstalten, kenne die Abläufe dementsprechend nicht und könne sich das Leben im Knast kaum vorstellen, kritisiert Muttermann.

„Das stört mich schon lange und ich wollte, dass sich das ändert. Ich will den interessierten Bürgern einfach hautnahe Eindrücke in das Gefängnisleben gewähren, das sonst immer nur hinter fest verschlossenen Toren und unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet“, erklärt der langjährige Direktor.

Dass der Tag in einem Desaster enden würde, damit hat wohl niemand gerechnet. Doch die Personal-Anweisung, dass das ein ganz besonderer Tag sei und somit niemand vor verschlossener Tür stehen solle, bekam einer der JVA-Bediensteten wohl in den falschen Hals. Dieser öffnete folglich nämlich alle vorhandenen Türen, auch die der Gefangenen. Direkt ergriffen die meisten unfreiwilligen Bewohner leicht verwundert die Flucht.

Das Schlamassel fiel erst einige Stunden später beim Schichtwechsel auf. Sofort wurde Alarm ausgelöst und es konnten unmittelbar danach sogar noch zwölf Häftlinge wieder in Gewahrsam genommen werden. Die Restlichen bleiben allerdings weiterhin flüchtig.

Autor: dmnk; Foto: Pixabay (modifiziert)